Montag, 28. Januar 2013

Wildes Bayern (2012)

Dreiteilige Dokumentation vom Naturfilmer Jan Haft, der über vier Jahre lang an dem einzigartigen Naturportrait der Berchtesgadener Alpen gearbeitet hat. Mit modernsten Kamera- und Zeitraffertechniken wurden Bilder in jeder Jahreszeit und Witterung in schwer zugänglichen Gebirgsregionen aufgenommen. Aber auch die Menschen, die diese einzigartige Urlandschaft über Jahrhunderte mitgestaltet haben, sind ein tragendes Element der Dokumentationsreihe. Fast vier Jahre drehte der preisgekrönte Naturfilmer Jan Haft ("Das grüne Wunder - Unser Wald") an seinem einzigartigen Naturportrait der Berchtesgadener Alpen. Die lange Drehzeit und modernste Kamera- und Zeitraffertechniken ermöglichten es dabei, zu allen Jahreszeiten und bei jeder Witterung faszinierende Bilder in einer der schöinsten Regionen Deutschlands aufzunehmen. Wenn sich Molche zu ihrem skurrilen Balztanz versammeln, wenn aus winzigen Kügelchen gefräßige "Minimonster" schlüpfen und wenn eine der seltensten Hummelarten der Welt vorgestellt wird - kurzum wenn die Kleinen ganz groß in Szene gesetzt werden -, dann ist ein einzigartiger Naturgenuss und perfekte Unterhaltung garantiert.

1. Im Schattein des Watzmann 
Der Film zeigt die faszinierende Natur in Deutschlands einzigem Alpennationalpark von der Schneeschmelze bis zum Sommer. Wenn die ersten Frühblüher die Frühlingssonne nutzen, balzen die Auerhähne.

2. Berchtesgaden im Stemenlicht Der Watzmann-Gipfel und die Tiefen des Königssees liegen zwar nur einen Steinwurf voneinander entfernt, aber der Höhenunterschied beträgt fast 3.000 Meter. Das Kamerateam begibt sich in Höhen und Tiefen des Alpennationalparks und zeichnet ein wahrlich dreidimensionales Bild der Region samt all ihren Naturschönheiten vom Spätsommer bis in den Winter. Typische Bergbewohner wie Murmeltier, Gemse und Steinbock sind zu sehen, genauso kleinere, unscheinbare Wesen, wie Apollofalter oder Riesenweberknecht. Wir begleiten auch die Menschen, die diese einzigartige Urlandschaft über Jahrhunderte mitgestaltet haben - sei es beim Brennen von Enzianschnaps oder dem Almabtrieb des Viehs.

3. Das erste Licht am Königssee
Der Tierfilmer Jan Haft und seine Mitstreiter lassen sich in dem Film "Das erste Licht am Königssee" über die Schulter blicken und zeigen in diesem "Making of", wie sie ihre atemberaubenden Naturaufnahmen in den Berchtesgadener Alpen gedreht haben. Drei Jahre Drehzeit und modernste Kameratechniken ermöglichten es den Tierfilmern, zu allen Jahreszeiten und bei jeder Witterung Bilder in dieser schwer zugänglichen Gebirgsregion aufzunehmen - darunter dynamische Zeitraffer von aufblühenden Pflanzen oder Wolkenmeeren genauso wie gestochen scharfe Zeitlupen von flatternden Apollofaltern oder kämpfenden Murmeltieren. 

Wieder mal eine neue Doku, dieses Mal geht es in das weiß-blaue Bayern und die Natur rund um den Watzmann. Gestochen scharfe Bilder und beeindruckende Zeitlupenaufnahmen von Pflanzen und Tieren. Und das besondere ist: sogar das Leben des Menschen, die Tradition und Kultur wird in dieser dreiteiligen Doku betrachtet. Dabei ist die zweite Folge ("Berchtesgaden im Sternenlicht") die schönste der insgesamt drei Teile. Gefällt.

7,5/10


Samstag, 26. Januar 2013

Schladminger Bergwelten (2013)

In atemberaubenden Bildern zeigt die zweiteilig Dokumentation beeindruckende Tier- und Pflanzenwelten der Region Schladming - Dachstein ebenso wie die Geschichte der Dachstein-Südwand und der legendären Skiabfahrt Planai. Jahrhundertealte Almwirtschaft prägt die atemberaubende Landschaft, deren Bergschätze sich der Mensch früh nutzbar gemacht hat. Umgeben von Dachsteingebirge, Ennstal und Niederen Tauern haben in Schladming viele Wildtiere - wie Rothirsche, Auerhühner oder Wölfe - ihr Revier. Auch die Gewässer der Niederen Tauern sind ein artenreiches Universum für Flora und Fauna. Steile Kletterwände, wilde Bergschluchten und rasante Skipisten! Der zweite Teil zeigt die faszinierende Geschichte der mächtigen Dachstein-Südwand und der legendären Skiabfahrt Planai. Hautnah kann man dabei erleben, wie emotionsgeladen diese Arenen für die moderne Freizeitgesellschaft sind und welche Faszination sie auf ihre Besucher ausüben. Heute ist Schladming mehr denn je das Tor zu den Alpen - ein faszinierendes Naturidyll und weltbekannte Skiattraktion!

1: Von Gipfeln und Gämsen
Die Sendung gibt einen fantastischen Einblick in die vielfältige Tierwelt zwischen Dachstein und Niederen Tauern: Am Rande der Skipisten finden aber nicht nur die Gämsen, sondern auch Auerhähne, Steinadler, prächtige Rothirsche oder Luchse ideale Lebensbedingungen. Und ab und zu verirrt sich sogar ein Wolf in die unüberschaubaren Bergwälder und finsteren Schluchten dieser Region. In den klaren Gewässern rund um Schladming leben Äschen und Steinkrebse, und die Moore der Niederen Tauern bilden ein kleines Universum für eine ganz andere Tier- und Pflanzenwelt, die sich oft nur durchs Mikroskop erschließt.

2: Zwischen Jahrhunderten und Hundertstelsekunden

Die Dokumentation zeigt, wie der Mensch aus der großartigen Naturlandschaft dieser Region auch eine Kulturlandschaft gemacht hat – und zwar eine Kulturlandschaft, die mit und von der wilden Natur lebt: Zur Vielfalt dieser beeindruckenden Landschaft hat nicht nur die uralte Almwirtschaft wesentlich beigetragen, auch der Bergbau hat die Menschen und das Gebiet geprägt – und sie zu Vorreitern im Bereich der Seilbahntechnik werden lassen. Menschen haben sich offensichtlich hier immer wohl gefühlt, und vielen war und ist Schladming ein Tor für intensive Naturerlebnisse in den Alpen. Diese Universum-Doku ist ein Film über eine einzigartige Naturlandschaft, an die sich der Mensch angepasst hat - und die er sich angepasst hat.

Eine sehr schöne Dokumentation von Polyband in der gewohnt sehr guten HD-Qualität. Die erste Folge beleuchtet die Natur, die Pflanzen- und Tierwelt, Folge zwei geht mehr auf die Geschichte des Tals und die durch den Menschen nutzbar gemachten Wintergebiete, unter anderem Planai ein. Dazu gibts einen angenehm hörbaren Erzähler und passende, nur selten zu aufdringliche musikalische Untermalung. Gut.

6,5/10


Montag, 12. November 2012

Wildes Deutschland 2 (2012)

https://www.imdb.com/title/tt1889351/

Urige Wälder im Thüringer Waldes, farbenprächtige Buntsandsteinfelsen sowie Burgen und Ruinen im Pfälzerwald, Seen und Moore in der wilden Uckermark – sie alle sind  Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Eindrucksvolle Naturräume säumen auch den Main, der auf seinem langen Weg an vier großen deutschen Mittelgebirgen vorbeiführt. Und im Südosten Deutschlands liegen der Nationalpark Bayerischer Wald - nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln. Die Dokumentationsreihe Wildes Deutschland zeigt in weiteren fünf Folgen einzigartige Landschaften und die reiche Tierwelt unserer Heimat. Mit Zeitraffer, HD-Zeitlupe, aufwendigen Kamerafahrten und ungewöhnlichen Perspektiven sorgen die Filmemacher für einprägsame Bilder. Nie zuvor gesehene Luft- und Unterwasseraufnahmen zeigen die Einmaligkeit und Vielfalt der porträtierten Naturlandschaften.

https://www.imdb.com/title/tt3519790/
2.1 Der Thüringer Wald - Deutschlands grünes Herz
Thüringen gilt als Deutschlands grünes Herz. Über ein Drittel seiner Landesfläche ist von Wald bedeckt. Im Westen des Freistaates liegt der Thüringer Wald, ein fast 1.000 Meter hohes Mittelgebirge, das sich von der Werra im Nordwesten bis zum Frankenwald im Südosten hinzieht. In den dichten, teilweise ursprünglichen Wäldern fühlen sich nicht nur Eichhörnchen und Waschbären wohl. Auch die seltenen Schwarzstörche haben sich hier wieder angesiedelt. Rotmilane bauen in den Kronendächern ihre Nester, und sogar die scheue Wildkatze findet hier ausreichend Deckung. Im Thüringer Becken, einer der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands, sind Feldhamster noch sehr zahlreich vertreten. Es ist eines der letzten Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Nager in Europa. Thüringen ist berühmt für seine Burgen. Am bekanntesten ist die Wartburg bei Eisenach. In vielen alten Mauern haben sich Dohlen und Turmfalken eingenistet. Die Dachstühle kleiner Dorfkirchen bieten seltenen Fledermäusen Unterschlupf, unter anderem dem Großen Mausohr oder der Kleinen Hufeisennase. Über den Gebirgskamm des Thüringer Waldes führt der Rennsteig, einer der schönsten Wanderwege Deutschlands. Die liebliche Landschaft lockt seit Jahrhunderten Naturliebhaber an. Berühmte Komponisten und Dichterfürsten wie Bach, Goethe und Schiller ließen sich von ihr inspirieren. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt3738652/
2.2 Der Pfälzerwald
Im Südwesten Deutschlands, unweit der französischen Grenze, liegt der Pfälzerwald. Farbenprächtige Buntsandsteinfelsen sowie unzählige Burgen und Ruinen überragen die duftenden Kiefernwälder. Der Trifels mit seiner erhabenen Reichsburg ist die bekannteste Felsenburg. Wildkatze und Luchs schleichen durchs Unterholz, Rothirsche mit prächtigem Geweih und korsische Mufflons mit schneckenförmigem Gehörn stolzieren im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands umher. An der Grenze zu Frankreich im Dahner Felsenland ragt das Wahrzeichen des Pfälzerwaldes über die Baumwipfel: der Teufelstisch, die bekannteste Felsformation des Naturparks Pfälzerwald. Die am Ostrand des Pfälzerwaldes verlaufende Weinstraße lädt mit ihren romantischen Weindörfern zum Verweilen ein. Die Region zählt zu den wärmsten Deutschlands. Und so haben sich Zippammer, Gottesanbeterin und Smaragdeidechse in der Toskana Deutschlands eingerichtet. Ein Neuzugang aus Südeuropa ist der farbenprächtige Bienenfresser, der seit 1996 im Pfälzerwald heimisch ist. Sobald er Mitte Mai aus seinem afrikanischen Winterquartier zurückkehrt, gräbt er tiefe Erdröhren in Sandgruben und Weinberge, in denen er später seine Jungen aufzieht. Bereits vor 2.000 Jahren wurden im Marschgepäck römischer Truppen kulinarische Köstlichkeiten aus dem Mittelmeerraum nach Rheinland-Pfalz gebracht: Weintrauben, die Mittelmeer-Weinbergschnecke und Esskastanien gelten bis heute als Delikatessen. Im Herbst sind die schmackhaften Früchte, auch "Keschde" genannt, besondere Leckerbissen für Wildschweine, Mufflons und Rotwild. Aber auch flinke Eichhörnchen schwelgen im Nahrungsreichtum der lichten Esskastanienwälder. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt3898704/
2.3 Wilde Uckermark
Seen und Sölle, Flussläufe und Moore, ausgedehnte Wälder, Felder und Wiesen – das ist die Uckermark. Im Nordosten Brandenburgs, 80 Kilometer von Berlin entfernt und in direkter Nachbarschaft zu Mecklenburg-Vorpommern und Polen, ist sie mit über 3.000 Quadratkilometern der größte Landkreis Deutschlands. Beste Voraussetzungen für die Natur: 60 Prozent der Uckermark stehen unter Schutz - im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Süden, im Nationalpark Unteres Odertal im Osten und im Naturpark Uckermärkische Seen im Nordwesten. Wie auf einer Arche trifft man in der Uckermark auf besonders viele seltene Tier- und Pflanzenarten: Adler brüten in der Waldmark, Fischotter jagen in klaren Flüssen nach Forellen und Neunaugen, Biber stauen Bäche zu Seen, Dachse, Marderhund und Füchse leben gemeinsam mit Hirschen und Rehen in der Feldmark. Vor allem aber ist die abwechslungsreiche, von der Eiszeit geprägte Landschaft die Kranichmetropole Europas. In naturbelassenen Wäldern rund ums Plagefenn, dem ältesten Naturschutzgebiet Deutschlands, finden die eindrucksvollen Vögel beste Bedingungen, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Warum aber ist die Uckermark so attraktiv für viele Tiere? Der Mensch ist auf dem Rückzug, nach 800 Jahren Besiedlungskultur verlässt er heute zunehmend die Region, zieht in die Städte und überlässt der Natur immer mehr Raum. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt3898718/
2.4 Der Main - Deutschlands Mitte
Weißwurstäquator wird der Main liebevoll genannt. Tatsächlich zieht er sich in vielen Windungen und Schnörkeln über 542 Kilometer von Ost nach West durch Deutschland. Vom Fichtelgebirge bis nach Mainz. Er ist der zweitlängste Fluss, der auf seiner ganzen Strecke in Deutschland fließt. Gleichzeitig ist der Main einer der am meisten verkannten Flüsse des Landes. Denn welche Bilder verbindet man mit dem Main? Die Skyline von Frankfurt? Die Weinberge um Würzburg? Das allgemeine Bild vom Main ist geprägt durch die Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals bedeutete Fortschritt alles, Natur nichts. Das führte dazu, dass der Main in den 60er und 70er Jahren mehr einer Kloake als einem Fluss glich. Dieses Image haftet ihm bis heute an. Doch der Main ist anders als sein Ruf. Es stimmt zwar, dass Menschen den Fluss seit Jahrhunderten formen und nutzen. In den letzten Jahrzehnten aber korrigierte man Fehler der Vergangenheit, so dass der Main nun auf der gesamten Strecke wieder viele unerwartete Naturräume zu bieten hat. Am Main zeigt sich die unglaubliche Anpassungsfähigkeit von Tieren und Pflanzen, selbst unwirtliche Lebensräume zu nutzen. So bietet der Main Raum für rare Spezialisten und seltene Arten. Wer vermutet am Main schon Schwarzstorch, Wildkatze oder gar Luchs und Fischadler? Wer weiß schon, dass der Fluss auf seinem langen Weg an vier großen deutschen Mittelgebirgen vorbeiführt? Fichtelgebirge, Steigerwald, Spessart und Hassberge liegen an seinen Ufern. Auwaldreste, Feuchtgebiete und Trockenhänge begleiten ihn auf seinem Weg. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt3893518/
2.5 Der Bayerische Wald
Als sich in den 80er Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere Tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Apokalyptische Szenarien boten sich dem Besucher. Zehntausende kahle, tote Bäume dominierten den Nationalpark. Vom Ende des Waldes war die Rede, vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald. Doch dann geschah das Wunder: Aus dem Vernichtungswerk der Borkenkäfer wuchs ein neuer Wald heran, vielgestaltiger und bunter, als es der vorherige Wirtschaftswald je war. Knapp 30 Jahre nach dem Borkenkäferbefall zeigt sich jetzt der Erfolg der Nationalpark-Idee "Natur Natur sein lassen". Die riesigen Mengen toten Holzes vermoderten im Laufe der Zeit und damit entstand die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche natürliche Verjüngung der Fichte. Genau die Baumarten kehrten ganz von allein zurück, die seit alters her hier gedeihen können. Nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich nun Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln - ohne Zutun des Menschen - allein nach den Gesetzen der Natur. So profitieren vor allem die nach Licht hungernden und Wärme liebenden Organismen. Zu ihnen zählen Pflanzen und Tiere, die alles verwerten können, was von den toten Bäumen übrigbleibt, wie Käfer, Schmetterlinge, Flechten und Moose. Auch bodenbrütende Vogelarten wie der Fitis schätzen die Auflichtung des Waldes. Selbst der Wespenbussard kann hier jetzt ungehindert nach Insekten, die ihre Nester in die Erde bauen, Ausschau halten. Und die umgestürzten Stämme dienen nicht nur der Luchsfamilie als Versteck, sondern das tote Holz vermodert allmählich und wandelt sich selbst zum Keimbett für eine neue Waldgeneration. - 7,5/10

Die zweite Staffel der interessanten und vor allem schönen Doku aus Deutschland, wie man es noch nie gesehen hat. Die zweite Staffel verliert ein wenig an Qualität, dies mag aber an der Einseitigkeit der Landschaftsformen liegen. In der ersten Staffel hatte man das Gefühl kreuz und quer durch das Land zu reisen, hier ist es etwas gradliniger. Dennoch ist "Wildes Deutschland 2" keine schlechte Doku, im Gegenteil. Es ist eine hervorragende und gut erzählte Reise durch die Natur Deutschlands. Toll!


Quellen:
Inhaltsangabe
: ARD Video

Montag, 10. Oktober 2011

Wildes Deutschland (2011)

https://www.imdb.com/title/tt1889351/

Die märchenhafte Flusslandschaft des Spreewalds, die Vogelschwärme des nordfriesischen Wattenmeers , die Kreidefelsen auf der Insel Rügen, die markante Landschaft des Schwarzwaldes und die mächtigen Gebirgszüge der Berchtesgadener Alpen - Die Dokumentationsreihe "Wildes Deutschland" zeigt einzigartige Landschaften und deren Tierwelt in den unterschiedlichen Naturlandschaften Deutschlands. Mit Zeitraffer, HD-Zeitlupe, aufwendigen Kamerafahrten und ungewöhnlichen Perspektiven sorgen die Filmemacher für einprägsame Bilder. Nie zuvor gesehene Luft- und Unterwasseraufnahmen zeigen die Einmaligkeit und Vielfalt der porträtierten Biosphärenreservate und Nationalparks.

https://www.imdb.com/title/tt2308303/
1.1 Der Spreewald
Die Dokumentation erzählt von diesem ungewöhnlichen Lebensraum, der vom Menschen stark beeinflusst und dennoch naturnah ist. Als wohl reizvollstes Spreewaldidyll gilt das Dorf Lehde, das von zahlreichen Gräben durchzogen, unter schattigen Bäumen versteckt und voller malerischer Winkel ist. In diesem Wasserlabyrinth liegen einige Höfe, viele von ihnen sind auch heute nur mit dem Kahn zu erreichen. Zieht der Winter ein, verbindet Eis die Inseln im Spreewald. Die Kanäle und Wasserstraßen werden für Tage oder Wochen zu komfortablen Geh- und Fahrwegen - wer einmal mühsam einen Kahn be- oder entladen hat, weiß die Hilfe des Winters zu schätzen. Und es ist ein unvergessliches Erlebnis, die außergewöhnlichen Flusslandschaften des Spreewalds per Schlittschuh oder Schlitten zu erleben. Gefühlvoll setzt Christoph Hauschild die einzigartige Flusslandschaft des Spreewalds in Szene. Aufnahmen aus dem Heißluftballon schaffen einen Überblick über die Region. Extreme HD-Zeitlupenaufnahmen von Prachtlibellen, Eisvögeln und Fischottern sowie Zeitrafferaufnahmen gewähren Einblicke in die Welt der tierischen Bewohner des Wasserlabyrinthes und verleihen dem Film seinen besonderen Glanz. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2308307/
1.2 Nordfriesland
Zweimal täglich kommt und geht das Wasser an der Küste Nordfrieslands im äußersten Norden Deutschlands. Bei Ebbe legt es das Wattenmeer frei. Das ist stellenweise 40 Kilometer breit und beherbergt zehnmal mehr Tiere als andere Meeresböden. Unzählige Kleintiere - Garnelen, Sandkrabben und Herzmuscheln - locken wiederum große Vogelschwärme an. Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer gehört zum größten Nationalpark Deutschlands und ist seit 2009 Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Weltweit einzigartig sind die Halligen. Zehn von ihnen gibt es, alle liegen im nordfriesischen Wattenmeer, erreichbar oft nur mit der Lorenbahn oder per Schiff. Anders als Inseln werden Halligen mehrmals im Jahr überflutet und sind dennoch bewohnt. Die Nordfriesen haben ihre Siedlungen hier auf sogenannten Warften errichtet. Das sind Hügel, die auch bei Sturmflut oberhalb der Wasseroberfläche liegen. Das Leben auf den Halligen läuft gemächlicher als auf dem Festland. Ob beim Klönschnack mit dem Halligkaufmann oder bei Kaffee und Kuchen mit dem Postboten, jede Abwechslung ist willkommen. Auf den Halligen spürt man besonders, wie die Natur die Nordfriesen geprägt hat. Es sind unabhängige, selbstbestimmte Menschen, geformt von ihrem freien Blick auf den weiten Horizont, von Wind und Wetter und natürlich von der See. Im Frühjahr rasten riesige Vogelschwärme auf den Salzwiesen Nordfrieslands und im Wattenmeer. Hier finden sie reichlich Nahrung. Auf Sandbänken ruhen sich Seehunde und Kegelrobben von ihren Tauchgängen aus. Drei Viertel ihres Lebens verbringen sie im Wasser. Die Dokumentation zeigt Nordfriesland im Wandel der Jahreszeiten. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt2308301/
1.3 Der Schwarzwald - Geheimnisvoller dunkler Tann
Der Schwarzwald ist weltweit bekannt durch Kuckucksuhren und Schwarzwälder Kirschtorte. Doch hat die Region vielmehr zu bieten: In den Bergwäldern steht die Weißtanne, bis zu 60 Meter hoch wird – Europarekord. Ein letzter beeindruckender Baumriese im Nordschwarzwald ist die 230 Jahre alte, sogenannte Großvatertanne, die mit einem Stammumfang von 1,65 Metern und einer Höhe von 45 Metern sämtliche Baumwipfel der Umgebung überragt. Versteckt in lichten Altholzbeständen lebt der Auerhahn. Die extrem scheuen Vögel sind durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, den Klimawandel und wachsenden Tourismus akut vom Aussterben bedroht. Seit kurzem schleichen wieder vereinzelt Luchse und Wildkatzen aus den angrenzenden Vogesen und Schweizer Alpen durch den Schwarzwald. Im letzten Jahrhundert hier ausgerottet, kehren die beiden Katzenarten nahezu unbemerkt in ihren angestammten Lebensraum zurück. Auch alpine Tiere und Pflanzen, die die Eiszeit in rauer Höhe über die Jahrtausende überdauert haben, gibt es im Schwarzwald. Zwei typische Vertreter sind die alpine Gebirgsschrecke und der gelbe Enzian. Zu den markanten Landschaften im Schwarzwald zählen mit den Triberger Wasserfällen die höchste Wasserfallkaskade Deutschlands, die blütenreiche Wutachschlucht, unberührte Bannwälder, Hochmoore und mehr als 50 Berge über tausend Meter Höhe. Der Feldberg ragt mit fast 1.500 Meter über das Mittelgebirge. Von hier hat man einen einmaligen Ausblick über den südlichen Schwarzwald, der zum Wandern und Genießen einlädt. Bei klarer Sicht scheinen die Alpen zum Greifen nah. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2312973/
1.4 Vorpommerns Küste
Im Nordosten Deutschlands liegt an der Ostsee eine der schönsten Naturlandschaften des Landes. Die Kreidefelsen der Insel Rügen ragen knapp 120 Meter in den Himmel und bieten den seltenen Wanderfalken Brutmöglichkeiten. In den Buchenwäldern von Jasmund am Rande der weißen Klippen ziehen Dachse und Damhirsche ihre Jungen auf. Die Bodden genannten Lagunen zählen zu den artenreichsten Regionen Vorpommerns. Sie sind nur durch schmale Meerengen mit der Ostsee verbunden und bieten Nist- und Rastplätze für eine Vielzahl von Vögeln. So rasten im Herbst bis zu 60.000 Kraniche in der Region, in der auch Seeadler auf die Jagd gehen. Im Darßer Urwald kommen Hirsche bis in die Dünengürtel der Strände. Dort liefern sich die Bullen zur Brunft erbitterte Kämpfe; ein Anblick, den man so nur an Vorpommerns Küste erlebt. Im Schatten des Leuchtturms am Dornbusch auf der Insel Hiddensee liegt eine der wenigen Zwergseeschwalben-Kolonien der Ostsee. Die Küken dieser kleinsten Seeschwalbenart sind kaum größer als eine Streichholzschachtel. In nur drei Wochen werden sie flügge. Ende September beginnt die Wanderung der Meerforellen. Sie ziehen in die Flüsse Mecklenburgs zu ihren Laichplätzen. Tierschützer fangen dann etwa 250 Weibchen und 50 Männchen, um die Tiere unter kontrollierten Bedingungen zu vermehren. Auf diese Weise hoffen sie, den Bestand der Art zu stabilisieren. Die Natur an Vorpommerns Küste ist außergewöhnlich. Die einzigartige Landschaft zwischen Ostsee und Bodden steht seit 1990 unter strengem Schutz. Der Nationalpark ist mit über 80.000 Hektar neben dem Nationalpark Wattenmeer an der Nordsee das größte Schutzgebiet Deutschlands. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt2308305/
1.5 Die Berchtesgadener Alpen
Extreme Lebensräume wie die Karstlandschaften des Steinernen Meeres, der Watzmann mit der höchsten Felswand der Ostalpen, das Wimbachgries mit seinen ständig wandernden Schuttströmen und der Königssee, einer der tiefsten Seen Deutschlands, gehören zum Nationalpark Berchtesgaden. Wer in dieser Wildnis überleben will, muss perfekt an seine Umwelt angepasst sein. Die Dokumentation stellt einige der interessantesten Bergbewohner vor. In schwindelnder Höhe befinden sich Gämsen mit ihren neugeborenen Kitzen, stets auf der Hut vor den Fängen des Steinadlers, und Tarnkünstler wie das Schneehuhn und Bergblumen wie das legendäre Edelweiß. Auf den Hochalmen balgen sich Murmeltiere, und in den Tiefen des Königssees laicht die Aalrutte - ursprünglich ein Meeresfisch, den es vor zehn Millionen Jahren ins Süßwasser verschlagen hat. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt3522042/
1.6 Die sächsische Schweiz
Winter im Nationalpark Sächsische Schweiz - die berühmten Basteifelsen mit der angrenzenden Brücke sind von Schnee bedeckt. Die Tage sind kurz, doch in den Schluchten herrscht sie nicht, die dunkle Jahreszeit: Weil die meisten Bäume kein Laub tragen und die Schneedecke das Licht reflektiert, ist es hier unten heller als sonst im Jahr. Und obwohl Schnee und Eis die Bäche säumen, sind die Wasseramseln äußerst aktiv. Die kleinen Vögel tauchen im eisigen Wasser nach Köcherfliegenlarven. Aufmerksam beobachten die Männchen jeden Eindringling: Wasseramseln besetzen ihre Reviere viel früher im Jahr als die meisten anderen Singvögel. Hoch über ihren Köpfen ziehen es andere Tiere vor, den Winter zu verschlafen: Mehrere Gartenschläfer liegen dicht an dicht in einer Felshöhle. Die kleinen Nagetiere haben Atmung und Herzschlag auf ein lebensnotwendiges Minimum reduziert. Erst wenn es draußen wieder warm wird und ausreichend Nahrung zu finden ist, erwachen sie für wenige Monate aus dem Schlaf. Sobald das Frühjahr den Schnee auf den Gipfeln schmelzen lässt und die Sonne den Sandstein erwärmt, steigen dichte Dampf- und Nebelschwaden über die Felsen der Sächsischen Schweiz. Bis heute sind Felsriffe und -türme in ihrer natürlichen Form erhalten – eine Erosionslandschaft aus uralten Meeressedimenten. - 8/10

Insgesamt eine sehr schöne dokumentation über Deutschland, die den BBC-Dokumentationen in kaum etwas nachsteht. Es wird auf Natur, Tiere und den Menschen sowohl als Teil des Systems, als auch als Veränderer eingegangen, letzteres aber nur am Rande. dies trübt etwas den Eindruck. Dennoch: so hat man Deutschland defintiv noch nie gesehen. Tolle Bilder, schöne Musik, informativ und interessant. Eine sehr gute Dokumentationsreihe.


Quellen:
Inhaltsangabe
: ARD Video