Mittwoch, 24. April 2013

Secrets Of Our Living Planet - Die Tricks des Überlebens (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2262912/

Etwa 10 Millionen Tier- und Pflanzenarten leben auf der Erde. Doch kein einziges Lebewesen kann alleine überleben. So sind im Laufe von Jahrmillionen komplexe und außergewöhnliche Beziehungen zwischen den Organismen entstanden, die die Fortpflanzung sichern oder Schutz und Nahrung bieten. Leben bestimmt unseren Planeten, doch bis vor kurzem war es ein Geheimnis, wie es sich immer wieder erfolgreich verbreiten kann. Diese BBC-Serie entdeckt mit neuester Filmtechnik die Geheimnisse unserer Lebensräume und das faszinierende Zusammenspiel zwischen Tier- und Pflanzenwelt.

http://www.imdb.com/title/tt2279530/
1. Im Dschungel (The Emerald Band)
Wer im Dschungel überleben will, muss einen raffinierten Trick beherrschen, schnell rennen oder klettern können, gut aussehen oder riechen. Am besten, man kann etwas, was sonst keiner kann – so wie Aguti, Prachtbiene und Paranuss-Baum am Amazonas. Einmal im Jahr lösen sich die kokosnussgroßen Früchte des Paranuss-Baums aus der Krone und krachen 50 Meter tief auf den Urwaldboden. Auf diesen Moment hat das Aguti gewartet. Paranüsse sind schließlich die Lieblingsspeise des kleinen Nagetiers. Zwar ist die Schale steinhart – aber genau daran hat sich das Aguti angepasst: Niemand außer ihm besitzt so ein scharfes Gebiss, um die Frucht zu öffnen. Die Samen im Innern knackt das Aguti mühelos, ein paar verspeist es sofort, den Rest vergräbt der Nager einzeln im ganzen Revier. Dies wiederum ist die Überlebensstrategie des Paranuss-Baumes: Seine Samen werden im Regenwald verteilt und können weit weg vom Mutterbaum neue Standorte erobern. Denn je weiter die jungen Sämlinge von ihren Elternbäumen entfernt aufwachsen, desto sicherer sind sie vor ihren Fressfeinden. Auch zum Bestäuben braucht der Baum einen tierischen Helfer – die Prachtbiene. Nur sie ist groß und stark genug, den Deckel der Paranuss-Blüte anzuheben, um hinein zu tauchen. Der Nektar nährt ihre Brut und sie selbst – und beim Besuch der nächsten Blüte trägt sie den Pollen weiter. Sind die Kelche bestäubt, dauert es 15 Monate, bis die neuen Früchte reif werden und dem Aguti vor die Nase fallen. So tragen zwei kleine Tiere dazu bei, dass der riesige Amazonas-Baum nicht ausstirbt – dafür versorgt er sie mit Nüssen und Nektar. Das ist nur eine von vielen Geschichten über die geniale Symbiose zwischen Tieren und Pflanzen im Regenwald. Warum hilft die Winker-Krabbe dem Mangrovenwald? Warum sind Nektarvögel die „Bienen“ des tropischen Regenwalds? Und was hat die Passionsblume mit Blausäure zu tun? Etwa 10 Millionen Tier und Pflanzenarten sind auf der Erde zu finden. Doch kein einziges Lebewesen kann alleine überleben. Wie vielfältig die Abhängigkeiten sind und wie kreativ die Tricks des Überlebens sind, zeigen die Macher der Mini-Serie in spektakulären Bildern. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt2279528/
2. In der Savanne (The Secret Of The Savannah)
Graslandschaften erscheinen oft eintönig. Doch sie sind es ganz und gar nicht. Viele Bewohner überleben hier nur, weil sie ganz besondere Bündnisse mit einer anderen Art schließen. In Kenia zum Beispiel kämen Impala-Antilopen in der Savanne ohne Nashörner nicht zurecht, in Brasilien legen Mähnenwölfe regelrechte Obstplantagen an und in Australien halten sich Nasenbeutler eigene Wiesen – und das alles, um die nährstoffarmen Savannengräser aufzupeppen und an den lebenswichtigen Eiweißbestandteil Stickstoff zu gelangen. Ohne Tiere wie „gärtnernde“ Bürstenkängurus, den Nasenbeutler, das Nashorn oder den Mähnenwolf gäbe es die Grassavannen nicht, in denen sie leben. Eine besonders ausgeklügelte Lebensgemeinschaft pflegen Akazien in Afrika. Sie nutzen gerne die stickstoffreichen Termitenhügel als Keimgrund. Viele wachsen direkt neben den Hügeln, ihre Wurzeln reichen in den Bau hinein. Akazien, die einen derart vorteilhaften Standort ergattert haben, tragen doppelt so häufig Früchte wie andere, die weiter entfernt von Termitenbauten stehen. Kein Wunder, dass sie besonders verlockend auf Pflanzen-fresser wirken. Zur Verteidigung nutzen sie ihre Stacheln und halten sich Ameisenarmeen, die sie mit süßen Saft anlocken. Die Winzlinge schlagen dann sogar Elefanten und Giraffen in die Flucht. Die wilden Bewohner von Savannen haben sich eine Menge Strategien und Tricks einfallen lassen, um im Grasland an lebenswichtigen Stickstoff zu kommen und zu überleben. Doch nur durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Organismen, gelingt es immer wieder aufs Neue karges Grasland in blühende Landschaften zu verwandeln. Es gibt eine Menge dieser Geheimnisse, die nur entdeckt werden wollen. Das zeigen die Macher des Dreiteilers in spektakulären Bildern. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt2279532/
3. Im Wald (The Magical Forest)
Nur auf der Nordhalbkugel gibt es Wälder, deren Leben durch große Veränderungen geprägt wird. Jedes Jahr lässt sich hier ein wundersamer Wechsel beobachten: im Winter sinken die Temperaturen dramatisch und die Wälder werden völlig kahl. Im Frühjahr kehren mit steigenden Temperaturen die grünen Blätter und damit das Leben zurück. Bei diesen Extremen helfen oft nur Tricks beim Überleben – und häufig auch Verbündete. So kann ein Pilz beispielsweise ohne Gleithörnchen nicht überleben. Diese grauen Nager können bis zu 30 Meter durch die Luft segeln, sie leben auf Bäumen, bevorzugt in alten Spechthöhlen. Doch ihre Lieblingsspeise wächst unter der Erde: Pilze. Pilzsporen gehen daher im Magen-Darm-Trakt der Gleithörnchen auf Reisen und können sich so bestens verbreiten. Pilze wiederum gehen im Boden eine Symbiose mit Bäumen ein, beide profitieren von mehr Nährstoffen. Ein einzelner Pilz ist in der Lage sich über 10 Quadratkilometer ausbreiten und kann tausende von Bäumen miteinander verbinden. Im Endeffekt bilden Pilze ein intelligentes Netzwerk, ein echtes „wood-wide-web“, jeder Wald ist daran angeschlossen. Das ist nur eine von vielen Überlebensgeschichten in den Wäldern der Nordhalbkugel. Und auch hier heißt es: Beziehungen sind alles … Warum geht der nordamerikanische Luchs einen Bund mit einer Raupe ein? Welche Rolle spielen Schneehasen dabei? Warum sind Lachse für die Küstenwälder Kanadas lebenswichtig? Wie kreativ die Tricks des Überlebens sind, zeigt der Dreiteiler in spektakulären Bildern. Etwa 10 Millionen Tier und Pflanzenarten sind auf der Erde zu finden. Doch kein einziges Lebewesen kann alleine überleben. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt2279534/
4. Im Wasser (Waterworlds)
Etwa zehn Millionen Tier- und Pflanzenarten leben auf der Erde. Kein einziges Lebewesen kann jedoch für sich alleine existieren. Im Laufe von Jahrmillionen sind komplexe und außergewöhnliche Beziehungen zwischen den Organismen entstanden. Sie sichern gegenseitig Fortpflanzung, bieten Schutz und Nahrung. Im und am Wasser gibt es besonders ausgefallene Lebensgemeinschaften. Und mehr noch als in anderen Lebensräumen sind selbst Tiere voneinander anhängig, von denen man es nicht erwarten würde: der Tiger von einer Krabbe, der Riesenotter von einer Schnecke und alle Lebewesen des Riffs von einem Schwamm. Was noch faszinierender ist, dass alles Wasser in einen Kreislauf des Lebens eingeht. Von der Quelle eines Flusses bis zu seiner Mündung ins Meer und weiter bis zur Tiefsee sind unglaublich komplexe Nahrungsketten entstanden. Von einigen weiß man bis heute nicht, wie sie funktionieren, andere tun ihre Arbeit seit Jahrmillionen und passen sich trotzdem ständig den aktuellen Gegebenheiten an. Die filmische Reise führt von den klaren Bergflüssen über den sumpfigen Pantanal bis ins Korallenriff – eine Reise voller außergewöhnlicher Tiere und Pflanzen. - 8,5/10
 
Die Serie geht in ihrer ersten Folge in den Dschungel und konzentriert sich dabei vor allem auf das Wachsen der Pflanzenarten, die hier, bedingt durch subtropische Bedingungen, nur mit Einfacllsreichtum wachsen können. Besonders interessant waren die Zahlen zur Blattschneideameise. Die zweite Folge betrachtet das Leben und Überleben in der Savanne, wo wir den Herden von Impalas folgen, aber auch das tonnenschwere Breitmaulnashorn eingehender untersuchen. In der dritten Folge geht es in den Wald in der vierten Folge ins Wasser. "Die Tricks des Überlebens" ist eine tolle 4-teilige BBC-Doku, die das Zusammenspiel von Tieren und Pflanzen näher beleuchtet und wie sich dabei beide auf ändernde Umwelteinflüsse einstellen müssen, um zu überleben. Und so schließt sich der Kreislauf und bietet mit passender musikalischen Begelitung und einer sehr guten Erzählstimme eine schöne Naturdoku. 

 8/10 

Samstag, 16. März 2013

Das grüne Wunder - Unser Wald (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2266696/

Er liegt ganz in unserer Nähe, aber eröffnet bei genauem Hinsehen eine völlig neue Welt: Mit seinen edlen, poetischen Bildern ist die erfolgreiche kinodokumentation eine spektakuläre Entdeckungsreise durch den bekanntesten, schönsten und vielfältigsten heimischen Lebensraum, den Wald. Intime Verhaltensbeobachtungen wohl vertrauter Arten wechseln mit den Geschichten der eher skurrilen Waldbewohner. So entsteht ein raffiniertes naturkundliches Puzzle, das dem romantischen Mythos Wald ganz greifbaren Zauber verleiht. Mit "Das grüne Wunder" - erzählt von Grimme-Preisträger Benno Fürmann - lädt der renommierte Naturfilmer Jan Haft ein, die aufregenden Lebensformen unseres Waldes mit geschärftem Bewusstsein neu zu entdecken.

Eine schöne Naturdoku, ohne Zweifel. Fantastische Bilder aus heimischen Wäldern, dazu grandiose Slow-Motion-Sequenzen und tolle (und vor allem passende) Musik. Es werden vor allem Tiere betrachtet, von Fuchs über Widlschwein bis hin zum Hirschkäfer und Sperber. 

Einzig der Sprecher ist schlecht gewählt. Benno Fürmann versucht alles, aber scheitert kläglich. Das mag am Script liegen, dass die Story eher stichpunktartig als flüssig erzählt, allerdings ist Fürmanns Stimme auch eher die eines Vorlesers als die eines Erzählers. Hat man sich einmal daran gewöhnt ist es okay. Aber bis dahin braucht man eine kleine Weile. Daher "nur"...

7/10 


Sonntag, 10. März 2013

Earthflight - Die fantastische Reise der Vögel (2011–2012)

http://www.imdb.com/title/tt2346091/

Die Reihe "Die fantastische Reise der Vögel" zeigt die beeindruckendsten Landschaften und Sehenswürdigkeiten der Welt aus Sicht der Vögel. Naturfilmer haben über viele Jahre verschiedene Vögel von Geburt an aufgezogen und eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut. Auf ihre Zieh-Eltern konzentriert, fliegen Kraniche, Störche, Aras, Kondore und Wellensittiche den Biologen durch die ganze Welt hinterher und ermöglichen dem Zuschauer so einen fantastischen Einblick in ihre Sicht auf die Erde. Lassen Sie sich entführen auf eine atemberaubende Reise und lernen Sie dabei die spektakulärsten Naturereignisse unserer Erde aus der Vogelperspektive kennen. Die Naturfilmer von BBC haben sich mit neuster Technologie an eines der grossen Geheimnisse der Natur herangewagt. Über vier Jahre haben sie verschiedene Vögel auf allen Kontinenten von ihrer Geburt an aufgezogen, eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut und sie so zu Hauptprotagonisten ihrer neuen Naturserie "Die fantastische Reise der Vögel" gemacht. Auf ihre Zieheltern konzentriert fliegen Kraniche, Störche, Aras, Kondore und Wellensittiche den Biologen durch die ganze Welt hinterher und ermöglichen so einen grossartigen Einblick in ihre Sicht auf die Erde.

http://www.imdb.com/title/tt2228196/
1. Nordamerika (North America)
Weißkopfseeadler und Schneegänse müssen bei ihrem Zug über die Vereinigten Staaten in Richtung Norden karge Wüsten bezwingen, den Wintereinbruch überstehen und sich großen Jägern stellen. Allein die Wahl der Routen ist schicksalshaft. Sie entscheidet darüber, ob sich ein ganzer Schwarm den Entbehrungen im Tal des Todes stellen muss, oder ob sich die andere Gruppe über den Häuserschluchten New Yorks von den Aufwinden nach Norden tragen lässt. Auf den Schwingen der Zugvögel erlebt der Zuschauer die Schönheit des Nordamerikanischen Kontinents neu und taucht mit den Pelikanen ein in die mysteriösen Geheimnisse des Pazifischen Ozeans entlang der Westküste, wo Teufelsrochen Purzelbäume schlagen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt2228168/
2. Afrika (Africa)
Im zweiten Teil der Reihe stellen sich die Vögel den Herausforderungen Afrikas. Ihre Reise führt vom Kap der Guten Hoffnung über die Savannenlandschaften der Serengeti, vorbei an tosenden Wasserfällen und ätzenden Natronseen bis in die Sahara. Die Vögel stellen sich Löwen im Streit um die Beute, sie gewinnen in Luftkämpfen gegen Ihresgleichen, und sie unterliegen räuberischen Pavianen in spektakulären Fluchten. Auf den Schwingen der Vögel erlebt der Zuschauer Naturschauspiele aus einer völlig neuen Perspektive, wie die Wanderung der Gnus oder die spektakulären Jagden der Krokodile. Für einen Teil der gefiederten Abenteurer ist der Flug über ganz Afrika hinweg nur der Beginn ihrer Reise, denn sie haben sich aufgemacht, um Europa neu zu besiedeln. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt2228216/
3. Europa (Europe)
Der dritte Teil der Reihe begleitet die Zugvögel, die sich in jedem Frühjahr aufmachen, Europa neu zu besiedeln. Es sind Reisen voller Entbehrungen, in denen Vögel Entfernungen zurücklegen, die um die halbe Erde reichen. Und sie müssen häufig Risiken eingehen, die sie im schlimmsten Falle scheitern lassen. So unterschiedlich die Vögel, so verschieden sind ihre Schicksale und Herausforderungen: Die Kamera folgt den Störchen bei ihrer gefährlichen Passage über das Mittelmeer, begleitet Kraniche und Flamingos bei ihrer Suche nach geeigneten Brutplätzen in der Camargue und fliegt mit Gänsen über Loire-Schlösser und durch Unwetter auf ihrem Weg in die Arktis. Ein Schwarm von 20 Millionen Staren erschafft ein riesenhaftes Wesen am Abendhimmel von Rom, Basstölpel absolvieren vor der schottischen Küste spektakuläre Jagdflüge. Und Aufnahmen in Ultrazeitlupe zeigen Schwalben, die Eintagsfliegen erbeuten. Aber jeder Vogel hat ein Ziel, das ihn alle Anstrengungen ertragen lässt: Nach ihrer Ankunft beflügelt das bevorstehende Brutgeschäft die befiederten Abenteurer. Die Paare finden zueinander und vor ihnen liegt der europäische Sommer, in dem sie ihre Jungen großziehen. Es bleibt ihnen nicht viel Zeit, denn im Herbst muss der Nachwuchs stark genug sein, um selbst beim Zug nach Süden dabei sein zu können. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt2228312/
4. Südamerika (South America)
Der vierte Teil der Reihe führt von den bizarren Landschaften Patagoniens nach Norden, quer durch die unendlich abwechslungsreiche Schönheit des südamerikanischen Kontinents. Es ist eine Reise auf den Schwingen des Kondors entlang der Anden, eine Entdeckungsreise vorbei an der legendären Ruinenstadt Machu Picchu, hin zu den Paarungsplätzen der Mähnenrobben. Hellrote Aras führen auf ihrer Suche nach natürlichen Arzneien ins Herz des Amazonasbeckens, in dem sie auf Tapire, Klammeraffen und Jaguare treffen und auf den Alptraum jedes Bewohners der Baumkronen: Harpyien, die physisch stärksten Greifvögel der Welt. Die Vögel tragen den Zuschauer durch die Wasserfälle des Iguazu, aber auch zu den Jagdgründen der Schwertwale. Südamerika auf den Schwingen der Vögel ist so bunt und lebendig wie der Karneval von Rio de Janeiro, einer Stadt, über der von Aufwinden getragen, Geier ihre Kreise ziehen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt2228228/
5. Asien und Australien (Asia and Australia)
Im fünften Teil ihrer Reise stellen sich die Vögel den Herausforderungen des Himalaya ebenso wie denen der australischen Wüsten. Kraniche kämpfen sich durch das Labyrinth aus Schluchten und Tälern quer durch das höchste Gebirge der Welt, während die kühnsten unter den Fliegern bei minus 40 Grad in einer Höhe, in der kein Mensch überleben könnte, einfach darüber hinwegfliegen. Die Vögel führen den Zuschauer an Orte, an denen die gefiederten Lebewesen Schutz genießen und aus religiösen, philosophischen oder künstlerischen Gründen verehrt werden. Aber auch in Asien und Australien führen die Vögel ihren Kampf ums Überleben, sind präzise Jäger oder manövrieren in waghalsigen Flugmanövern ihre Feinde aus. In den australischen Outbacks schließt sich eine Vogelart zu Schwärmen zusammen, die sie wie ein riesiges geisterhaftes Wesen den Himmel erfüllen lässt: Wellensittiche in unvorstellbar großer Zahl. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt2228234/
6. Flying High
Die Naturfilmer von BBC haben sich mit neuster Technologie an eines der grossen Geheimnisse der Natur herangewagt. Über vier Jahre haben sie verschiedene Vögel in allen Kontinenten von ihrer Geburt an aufgezogen, eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut und sie so zu Hauptprotagonisten ihrer neuen Naturserie "Die Erde aus der Luft" gemacht. Auf ihre Zieheltern konzentriert fliegen Kraniche, Störche, Aras, Kondore und Wellensittiche den Biologen durch die ganze Welt hinterher und ermöglichen so einen phantastischen Einblick in ihre Sicht auf die Erde. - 8/10

In einem Wort: phantastisch - und das geht ja im Grunde schon aus dem Titel dieser wunderschönen und vor allem faszinierendem Dokumentation über die Reisen, das Leben und natürlich auch dem Überleben der Vögel hervor. Allein schon die Kameraperspektiven bieten einen grandiosen Blick - im wahrsten Sinne des Wortes - über die Schulter der veschiedenen Vögel auf die Erde. Die Miniaturkamera vom Rücken der verschiedensten Tiere, darunter sind Geier, Adler und Gänse, liefern Aufnahmen, die man so sicher noch nie gesehen hat.

Man geht mit den Ringelgänsen auf Reise, begleitet die Störche auf ihrer Reise durch Europa, beobachtet in unfassbar schönen Slow-Motion-Aufnahmen Schwalben im Flug, sieht den Fischadler bei der Jagd, sieht Geier im Aufwind beinahe schwerelos schweben und bekommt einen nicht minder großen Einblick in das Wirken der Feinde der Vögel, angefangen von Feinden aus den eigenen Reihen - den mächtigen Seeadlern - bis hin zu - so unglaublich das klingen mag - Löwen und Haien. 


Alles in allem eine der schönsten Dokus die ich besitze. 

9/10 

Samstag, 23. Februar 2013

Phantome der Tierwelt (2012)

Montag, 28. Januar 2013

Wildes Bayern (2012)

Dreiteilige Dokumentation vom Naturfilmer Jan Haft, der über vier Jahre lang an dem einzigartigen Naturportrait der Berchtesgadener Alpen gearbeitet hat. Mit modernsten Kamera- und Zeitraffertechniken wurden Bilder in jeder Jahreszeit und Witterung in schwer zugänglichen Gebirgsregionen aufgenommen. Aber auch die Menschen, die diese einzigartige Urlandschaft über Jahrhunderte mitgestaltet haben, sind ein tragendes Element der Dokumentationsreihe. Fast vier Jahre drehte der preisgekrönte Naturfilmer Jan Haft ("Das grüne Wunder - Unser Wald") an seinem einzigartigen Naturportrait der Berchtesgadener Alpen. Die lange Drehzeit und modernste Kamera- und Zeitraffertechniken ermöglichten es dabei, zu allen Jahreszeiten und bei jeder Witterung faszinierende Bilder in einer der schöinsten Regionen Deutschlands aufzunehmen. Wenn sich Molche zu ihrem skurrilen Balztanz versammeln, wenn aus winzigen Kügelchen gefräßige "Minimonster" schlüpfen und wenn eine der seltensten Hummelarten der Welt vorgestellt wird - kurzum wenn die Kleinen ganz groß in Szene gesetzt werden -, dann ist ein einzigartiger Naturgenuss und perfekte Unterhaltung garantiert.

1. Im Schattein des Watzmann 
Der Film zeigt die faszinierende Natur in Deutschlands einzigem Alpennationalpark von der Schneeschmelze bis zum Sommer. Wenn die ersten Frühblüher die Frühlingssonne nutzen, balzen die Auerhähne.

2. Berchtesgaden im Stemenlicht Der Watzmann-Gipfel und die Tiefen des Königssees liegen zwar nur einen Steinwurf voneinander entfernt, aber der Höhenunterschied beträgt fast 3.000 Meter. Das Kamerateam begibt sich in Höhen und Tiefen des Alpennationalparks und zeichnet ein wahrlich dreidimensionales Bild der Region samt all ihren Naturschönheiten vom Spätsommer bis in den Winter. Typische Bergbewohner wie Murmeltier, Gemse und Steinbock sind zu sehen, genauso kleinere, unscheinbare Wesen, wie Apollofalter oder Riesenweberknecht. Wir begleiten auch die Menschen, die diese einzigartige Urlandschaft über Jahrhunderte mitgestaltet haben - sei es beim Brennen von Enzianschnaps oder dem Almabtrieb des Viehs.

3. Das erste Licht am Königssee
Der Tierfilmer Jan Haft und seine Mitstreiter lassen sich in dem Film "Das erste Licht am Königssee" über die Schulter blicken und zeigen in diesem "Making of", wie sie ihre atemberaubenden Naturaufnahmen in den Berchtesgadener Alpen gedreht haben. Drei Jahre Drehzeit und modernste Kameratechniken ermöglichten es den Tierfilmern, zu allen Jahreszeiten und bei jeder Witterung Bilder in dieser schwer zugänglichen Gebirgsregion aufzunehmen - darunter dynamische Zeitraffer von aufblühenden Pflanzen oder Wolkenmeeren genauso wie gestochen scharfe Zeitlupen von flatternden Apollofaltern oder kämpfenden Murmeltieren. 

Wieder mal eine neue Doku, dieses Mal geht es in das weiß-blaue Bayern und die Natur rund um den Watzmann. Gestochen scharfe Bilder und beeindruckende Zeitlupenaufnahmen von Pflanzen und Tieren. Und das besondere ist: sogar das Leben des Menschen, die Tradition und Kultur wird in dieser dreiteiligen Doku betrachtet. Dabei ist die zweite Folge ("Berchtesgaden im Sternenlicht") die schönste der insgesamt drei Teile. Gefällt.

7,5/10


Samstag, 26. Januar 2013

Schladminger Bergwelten (2013)

In atemberaubenden Bildern zeigt die zweiteilig Dokumentation beeindruckende Tier- und Pflanzenwelten der Region Schladming - Dachstein ebenso wie die Geschichte der Dachstein-Südwand und der legendären Skiabfahrt Planai. Jahrhundertealte Almwirtschaft prägt die atemberaubende Landschaft, deren Bergschätze sich der Mensch früh nutzbar gemacht hat. Umgeben von Dachsteingebirge, Ennstal und Niederen Tauern haben in Schladming viele Wildtiere - wie Rothirsche, Auerhühner oder Wölfe - ihr Revier. Auch die Gewässer der Niederen Tauern sind ein artenreiches Universum für Flora und Fauna. Steile Kletterwände, wilde Bergschluchten und rasante Skipisten! Der zweite Teil zeigt die faszinierende Geschichte der mächtigen Dachstein-Südwand und der legendären Skiabfahrt Planai. Hautnah kann man dabei erleben, wie emotionsgeladen diese Arenen für die moderne Freizeitgesellschaft sind und welche Faszination sie auf ihre Besucher ausüben. Heute ist Schladming mehr denn je das Tor zu den Alpen - ein faszinierendes Naturidyll und weltbekannte Skiattraktion!

1: Von Gipfeln und Gämsen
Die Sendung gibt einen fantastischen Einblick in die vielfältige Tierwelt zwischen Dachstein und Niederen Tauern: Am Rande der Skipisten finden aber nicht nur die Gämsen, sondern auch Auerhähne, Steinadler, prächtige Rothirsche oder Luchse ideale Lebensbedingungen. Und ab und zu verirrt sich sogar ein Wolf in die unüberschaubaren Bergwälder und finsteren Schluchten dieser Region. In den klaren Gewässern rund um Schladming leben Äschen und Steinkrebse, und die Moore der Niederen Tauern bilden ein kleines Universum für eine ganz andere Tier- und Pflanzenwelt, die sich oft nur durchs Mikroskop erschließt.

2: Zwischen Jahrhunderten und Hundertstelsekunden

Die Dokumentation zeigt, wie der Mensch aus der großartigen Naturlandschaft dieser Region auch eine Kulturlandschaft gemacht hat – und zwar eine Kulturlandschaft, die mit und von der wilden Natur lebt: Zur Vielfalt dieser beeindruckenden Landschaft hat nicht nur die uralte Almwirtschaft wesentlich beigetragen, auch der Bergbau hat die Menschen und das Gebiet geprägt – und sie zu Vorreitern im Bereich der Seilbahntechnik werden lassen. Menschen haben sich offensichtlich hier immer wohl gefühlt, und vielen war und ist Schladming ein Tor für intensive Naturerlebnisse in den Alpen. Diese Universum-Doku ist ein Film über eine einzigartige Naturlandschaft, an die sich der Mensch angepasst hat - und die er sich angepasst hat.

Eine sehr schöne Dokumentation von Polyband in der gewohnt sehr guten HD-Qualität. Die erste Folge beleuchtet die Natur, die Pflanzen- und Tierwelt, Folge zwei geht mehr auf die Geschichte des Tals und die durch den Menschen nutzbar gemachten Wintergebiete, unter anderem Planai ein. Dazu gibts einen angenehm hörbaren Erzähler und passende, nur selten zu aufdringliche musikalische Untermalung. Gut.

6,5/10


Montag, 12. November 2012

Wildes Deutschland 2 (2012)

https://www.imdb.com/title/tt1889351/

Urige Wälder im Thüringer Waldes, farbenprächtige Buntsandsteinfelsen sowie Burgen und Ruinen im Pfälzerwald, Seen und Moore in der wilden Uckermark – sie alle sind  Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Eindrucksvolle Naturräume säumen auch den Main, der auf seinem langen Weg an vier großen deutschen Mittelgebirgen vorbeiführt. Und im Südosten Deutschlands liegen der Nationalpark Bayerischer Wald - nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln. Die Dokumentationsreihe Wildes Deutschland zeigt in weiteren fünf Folgen einzigartige Landschaften und die reiche Tierwelt unserer Heimat. Mit Zeitraffer, HD-Zeitlupe, aufwendigen Kamerafahrten und ungewöhnlichen Perspektiven sorgen die Filmemacher für einprägsame Bilder. Nie zuvor gesehene Luft- und Unterwasseraufnahmen zeigen die Einmaligkeit und Vielfalt der porträtierten Naturlandschaften.

https://www.imdb.com/title/tt3519790/
2.1 Der Thüringer Wald - Deutschlands grünes Herz
Thüringen gilt als Deutschlands grünes Herz. Über ein Drittel seiner Landesfläche ist von Wald bedeckt. Im Westen des Freistaates liegt der Thüringer Wald, ein fast 1.000 Meter hohes Mittelgebirge, das sich von der Werra im Nordwesten bis zum Frankenwald im Südosten hinzieht. In den dichten, teilweise ursprünglichen Wäldern fühlen sich nicht nur Eichhörnchen und Waschbären wohl. Auch die seltenen Schwarzstörche haben sich hier wieder angesiedelt. Rotmilane bauen in den Kronendächern ihre Nester, und sogar die scheue Wildkatze findet hier ausreichend Deckung. Im Thüringer Becken, einer der ältesten Kulturlandschaften Deutschlands, sind Feldhamster noch sehr zahlreich vertreten. Es ist eines der letzten Rückzugsgebiete der vom Aussterben bedrohten Nager in Europa. Thüringen ist berühmt für seine Burgen. Am bekanntesten ist die Wartburg bei Eisenach. In vielen alten Mauern haben sich Dohlen und Turmfalken eingenistet. Die Dachstühle kleiner Dorfkirchen bieten seltenen Fledermäusen Unterschlupf, unter anderem dem Großen Mausohr oder der Kleinen Hufeisennase. Über den Gebirgskamm des Thüringer Waldes führt der Rennsteig, einer der schönsten Wanderwege Deutschlands. Die liebliche Landschaft lockt seit Jahrhunderten Naturliebhaber an. Berühmte Komponisten und Dichterfürsten wie Bach, Goethe und Schiller ließen sich von ihr inspirieren. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt3738652/
2.2 Der Pfälzerwald
Im Südwesten Deutschlands, unweit der französischen Grenze, liegt der Pfälzerwald. Farbenprächtige Buntsandsteinfelsen sowie unzählige Burgen und Ruinen überragen die duftenden Kiefernwälder. Der Trifels mit seiner erhabenen Reichsburg ist die bekannteste Felsenburg. Wildkatze und Luchs schleichen durchs Unterholz, Rothirsche mit prächtigem Geweih und korsische Mufflons mit schneckenförmigem Gehörn stolzieren im größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands umher. An der Grenze zu Frankreich im Dahner Felsenland ragt das Wahrzeichen des Pfälzerwaldes über die Baumwipfel: der Teufelstisch, die bekannteste Felsformation des Naturparks Pfälzerwald. Die am Ostrand des Pfälzerwaldes verlaufende Weinstraße lädt mit ihren romantischen Weindörfern zum Verweilen ein. Die Region zählt zu den wärmsten Deutschlands. Und so haben sich Zippammer, Gottesanbeterin und Smaragdeidechse in der Toskana Deutschlands eingerichtet. Ein Neuzugang aus Südeuropa ist der farbenprächtige Bienenfresser, der seit 1996 im Pfälzerwald heimisch ist. Sobald er Mitte Mai aus seinem afrikanischen Winterquartier zurückkehrt, gräbt er tiefe Erdröhren in Sandgruben und Weinberge, in denen er später seine Jungen aufzieht. Bereits vor 2.000 Jahren wurden im Marschgepäck römischer Truppen kulinarische Köstlichkeiten aus dem Mittelmeerraum nach Rheinland-Pfalz gebracht: Weintrauben, die Mittelmeer-Weinbergschnecke und Esskastanien gelten bis heute als Delikatessen. Im Herbst sind die schmackhaften Früchte, auch "Keschde" genannt, besondere Leckerbissen für Wildschweine, Mufflons und Rotwild. Aber auch flinke Eichhörnchen schwelgen im Nahrungsreichtum der lichten Esskastanienwälder. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt3898704/
2.3 Wilde Uckermark
Seen und Sölle, Flussläufe und Moore, ausgedehnte Wälder, Felder und Wiesen – das ist die Uckermark. Im Nordosten Brandenburgs, 80 Kilometer von Berlin entfernt und in direkter Nachbarschaft zu Mecklenburg-Vorpommern und Polen, ist sie mit über 3.000 Quadratkilometern der größte Landkreis Deutschlands. Beste Voraussetzungen für die Natur: 60 Prozent der Uckermark stehen unter Schutz - im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Süden, im Nationalpark Unteres Odertal im Osten und im Naturpark Uckermärkische Seen im Nordwesten. Wie auf einer Arche trifft man in der Uckermark auf besonders viele seltene Tier- und Pflanzenarten: Adler brüten in der Waldmark, Fischotter jagen in klaren Flüssen nach Forellen und Neunaugen, Biber stauen Bäche zu Seen, Dachse, Marderhund und Füchse leben gemeinsam mit Hirschen und Rehen in der Feldmark. Vor allem aber ist die abwechslungsreiche, von der Eiszeit geprägte Landschaft die Kranichmetropole Europas. In naturbelassenen Wäldern rund ums Plagefenn, dem ältesten Naturschutzgebiet Deutschlands, finden die eindrucksvollen Vögel beste Bedingungen, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. Warum aber ist die Uckermark so attraktiv für viele Tiere? Der Mensch ist auf dem Rückzug, nach 800 Jahren Besiedlungskultur verlässt er heute zunehmend die Region, zieht in die Städte und überlässt der Natur immer mehr Raum. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt3898718/
2.4 Der Main - Deutschlands Mitte
Weißwurstäquator wird der Main liebevoll genannt. Tatsächlich zieht er sich in vielen Windungen und Schnörkeln über 542 Kilometer von Ost nach West durch Deutschland. Vom Fichtelgebirge bis nach Mainz. Er ist der zweitlängste Fluss, der auf seiner ganzen Strecke in Deutschland fließt. Gleichzeitig ist der Main einer der am meisten verkannten Flüsse des Landes. Denn welche Bilder verbindet man mit dem Main? Die Skyline von Frankfurt? Die Weinberge um Würzburg? Das allgemeine Bild vom Main ist geprägt durch die Wirtschaftswunderzeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals bedeutete Fortschritt alles, Natur nichts. Das führte dazu, dass der Main in den 60er und 70er Jahren mehr einer Kloake als einem Fluss glich. Dieses Image haftet ihm bis heute an. Doch der Main ist anders als sein Ruf. Es stimmt zwar, dass Menschen den Fluss seit Jahrhunderten formen und nutzen. In den letzten Jahrzehnten aber korrigierte man Fehler der Vergangenheit, so dass der Main nun auf der gesamten Strecke wieder viele unerwartete Naturräume zu bieten hat. Am Main zeigt sich die unglaubliche Anpassungsfähigkeit von Tieren und Pflanzen, selbst unwirtliche Lebensräume zu nutzen. So bietet der Main Raum für rare Spezialisten und seltene Arten. Wer vermutet am Main schon Schwarzstorch, Wildkatze oder gar Luchs und Fischadler? Wer weiß schon, dass der Fluss auf seinem langen Weg an vier großen deutschen Mittelgebirgen vorbeiführt? Fichtelgebirge, Steigerwald, Spessart und Hassberge liegen an seinen Ufern. Auwaldreste, Feuchtgebiete und Trockenhänge begleiten ihn auf seinem Weg. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt3893518/
2.5 Der Bayerische Wald
Als sich in den 80er Jahren im Nationalpark Bayerischer Wald der Borkenkäfer außergewöhnlich stark vermehrte und die Nationalparkverwaltung eine Bekämpfung bewusst unterließ, hatte das weitreichende Folgen. Binnen weniger Jahre starben mehrere Tausend Hektar alter, ehemals wirtschaftlich genutzter Fichtenbestände in den Hochlagen ab. Apokalyptische Szenarien boten sich dem Besucher. Zehntausende kahle, tote Bäume dominierten den Nationalpark. Vom Ende des Waldes war die Rede, vom "größten Waldfriedhof" Mitteleuropas und vom Ruin der Tourismusregionen Bayerischer Wald. Doch dann geschah das Wunder: Aus dem Vernichtungswerk der Borkenkäfer wuchs ein neuer Wald heran, vielgestaltiger und bunter, als es der vorherige Wirtschaftswald je war. Knapp 30 Jahre nach dem Borkenkäferbefall zeigt sich jetzt der Erfolg der Nationalpark-Idee "Natur Natur sein lassen". Die riesigen Mengen toten Holzes vermoderten im Laufe der Zeit und damit entstand die wichtigste Voraussetzung für die erfolgreiche natürliche Verjüngung der Fichte. Genau die Baumarten kehrten ganz von allein zurück, die seit alters her hier gedeihen können. Nirgendwo sonst zwischen Ural und Atlantik dürfen sich nun Wälder auf einer so großen Fläche frei entwickeln - ohne Zutun des Menschen - allein nach den Gesetzen der Natur. So profitieren vor allem die nach Licht hungernden und Wärme liebenden Organismen. Zu ihnen zählen Pflanzen und Tiere, die alles verwerten können, was von den toten Bäumen übrigbleibt, wie Käfer, Schmetterlinge, Flechten und Moose. Auch bodenbrütende Vogelarten wie der Fitis schätzen die Auflichtung des Waldes. Selbst der Wespenbussard kann hier jetzt ungehindert nach Insekten, die ihre Nester in die Erde bauen, Ausschau halten. Und die umgestürzten Stämme dienen nicht nur der Luchsfamilie als Versteck, sondern das tote Holz vermodert allmählich und wandelt sich selbst zum Keimbett für eine neue Waldgeneration. - 7,5/10

Die zweite Staffel der interessanten und vor allem schönen Doku aus Deutschland, wie man es noch nie gesehen hat. Die zweite Staffel verliert ein wenig an Qualität, dies mag aber an der Einseitigkeit der Landschaftsformen liegen. In der ersten Staffel hatte man das Gefühl kreuz und quer durch das Land zu reisen, hier ist es etwas gradliniger. Dennoch ist "Wildes Deutschland 2" keine schlechte Doku, im Gegenteil. Es ist eine hervorragende und gut erzählte Reise durch die Natur Deutschlands. Toll!


Quellen:
Inhaltsangabe
: ARD Video