Freitag, 20. Februar 2015

The Great British Year - Wildes Großbritannien (2013)

http://www.imdb.com/title/tt3232102/

Umgeben von Meeren und von Stürmen gepeitscht: Großbritannien ist berühmt berüchtigt für sein Wetter. Unberechenbar und ständig wechselnd formt es die Natur im Nordwesten Europas. Der Zweiteiler "Wildes Großbritannien" porträtiert die abwechslungsreiche Natur der Britischen Inseln. Bewegte Zeitraffer, hochstabilisierte Flugaufnahmen und extreme Zeitlupen präsentieren die Tiere und die Natur des Britischen Königreichs in seltener visueller Opulenz. Ein grandioses Schauspiel in zwei Folgen und vier Akten: den Jahreszeiten.

1. Herbst und Winter
Herbst in Großbritannien. Jedes Wochenende im Oktober bewundern Tausende Besucher im Landschaftsgarten von Stourhead die Wandlung der Natur: Das Laub von Ahorn, Esche, Buche und Eiche veranstaltet ein Feuerwerk der Farben. Für viele Tiere sind die kürzer werdenden Tage ein Signal: Sikahirsche versammeln einen Harem, um ihn in erbitterten Kämpfen gegen Rivalen zu verteidigen. Eichhörnchen verstecken Nüsse und Eicheln als Vorrat für die kalte Jahreszeit. Im Gegensatz zu ihnen frisst die Haselmaus jetzt so viel sie kann, um anschließend den Winter in ihrer Höhle zu verschlafen. Der Herbst ist die Zeit der Regenwürmer, die unzählige Tonnen organischen Abfall recyceln. Ohne sie würden die Bewohner des Königreichs unter Blättern ersticken. Mitten im Winter bringen Kegelrobben an den Küsten Großbritanniens ihre Jungen zur Welt. Zeitgleich fegen heftige Stürme über das Land. Hohe Wellen sind eine große Gefahr für kleine Kegelrobben. Passen sie nicht auf, werden sie von den Brechern für immer ins Meer gezogen. Sobald der erste Schnee fällt, wird Großbritannien zu einem Winterwunderland. Die Federn der Moorschneehühner und das Fell der Schneehasen verändern jetzt ihre Farbe und werden weiß. Gut getarnt sind sie so für Greifvögel fast unsichtbar. Auch für Eulen bedeutet die weiße Pracht kein Problem. Aus der Luft orten sie selbst feinste Mäusegeräusche unter der Schneedecke. - 8/10

2. Frühling und Sommer
Seit Monaten hat der Winter die Britischen Inseln fest im Griff. Kälte und fehlendes Licht werden für viele Bewohner zur Strapaze. Doch schon bald wird sich alles ändern. Der Frühling beginnt. Bienen nutzen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, um Nektar und Pollen zu sammeln. Vor der Küste Großbritanniens beginnt jetzt die Paarungszeit der Seepferdchen mit einem zauberhaften Tanz. Die zerbrechlichen Fische pflanzen sich auf ungewöhnliche Weise fort. Die Weibchen legen ihre Eier in die Bruttasche am Bauch des Männchens, die er bis zum Schlupf mit sich herumtragen wird. Wenn aus Frühling Sommer wird, schlüpfen in den Flüssen des Königreichs Tausende Eintagsfliegen. Immer wieder fliegen die Männchen auf, nur um sich graziös fallen zu lassen. Bevor es Abend wird, kehren die Weibchen zum Wasser zurück und legen die befruchteten Eier ab. Mit dem sonnigen Tag endet ihr Leben. Die Heidelandschaften Großbritanniens zählen zu den Sommerquartieren eines seltsamen Vogels: dem Ziegenmelker. Tagsüber sitzt er gut getarnt und bewegungslos da. Sein nächtliches Verhalten dagegen ist spektakulär. Neueste Aufnahmen aus Wärmebildkameras zeigen das Balzverhalten des merkwürdigen Vogels.
Im Hochsommer zieht das Meeresplankton wahre Ungetüme in die seichten Gewässer vor Großbritannien: Riesenhaie. Mit zehn bis zwölf Meter Länge zählen sie zu den größten Fischen der Erde. Ein Schauspiel, das sich sogar von Land aus beobachten lässt. - 8/10

Eine schöne "kleine" Dokumentation über eines unserer Nachbarländer mit beeindruckenden Time-Lapse-Aufnahmen. Wie gewohnt erzählt eine angenehme Stimme zu den wunderschön gefilmten Bildern. Dabei ist besonders der Einsatz der Wärmebildkamera etwas Neues und dazu sehr interessant. Ansonsten ist die Musik auffällig pompöser als in vorhergehangenen NDR-Naturdokumentationen und wartet sogar mit (passendem unaufdringlichem) Gesang auf. Ingesamt eine sehr ansprechende Dokumentation aus Deutschland.

8/10

Dienstag, 17. Februar 2015

Galápagos - Galápagos: Inseln, die die Welt veränderten (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0996614/

Als die vulkanischen Galapagosinseln vor rund 3 Millionen Jahren aus dem Meer wuchsen, war dies der Beginn der Entstehung eines bis heute einzigartigen Naturparadieses. Durch die isolierte Lage rund 1.000 Kilometer vor der südamerikanischen Küste hat sich eine einzigartige Flora und Fauna entwickelt. Der Archipel der Galapagosinseln besteht aus 13 Hauptinseln und über 60 weiteren kleinen Inseln, Felsen und Riffen, die sich über vierhundert Kilometer weit im Pazifik erstrecken. Dank einer raffinierten Mischung aus ungewöhnlich realistischen Computeranimationen, hochauflösenden Satellitenbildern sowie modernsten Unterwasseraufnahmen wird erkennbar, dass die Galapagosinseln in Wirklichkeit die Gipfel gewaltiger Unterwasservulkane darstellen, die sich an der Kreuzung von vier großen Meeresströmungen befinden und ständig in Bewegung sind. BBC-Produzent Patrick Morris zeigt, wie sich das Leben auf den Galapagosinseln im Laufe der Jahrmillionen veränderte und wie ein junger englischer Wissenschaftler durch seine Beobachtungen dieser einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt unsere Vorstellungen von der Entwicklung des Lebens dramatisch veränderte. Sein Name: Charles Darwin.

01. Aus Feuer geboren (Born Of Fire)
Der Archipel der Galapagosinseln besteht aus 13 Hauptinseln und über 60 weiteren kleinen Inseln, Felsen und Riffen, die sich über vierhundert Kilometer weit im Pazifik erstrecken. Sie liegen rund 1.000 Kilometer östlich der Küste Südamerikas ganz nah am Äquator. Dank einer raffinierten Mischung aus ungewöhnlich realistischen Computeranimationen hochauflösenden Satelliten sowie modernsten Unterwasseraufnahmen wird erkennbar, dass die Galapagosinseln in Wirklichkeit die Gipfel gewaltiger Unterwasservulkane darstellen, die sich an der Kreuzung von vier großen Meeresströmungen befinden und ständig in Bewegung sind. Alle Inseln gleiten wie auf dem Fließband Richtung Südosten bis sie am Ende ihrer Millionen Jahre langen Reise schließlich in den Wellen des Pazifischen Ozeans untergehen. Dank der Zusammenarbeit mit vielen Wissenschaftlern vor Ort gelangen ungewöhnliche Bilder der Vielfalt und der Einzigartigkeit des Lebens auf den verschiedenen Inseln. Pinguine, deren Verwandte aus der Arktis stammen; Schildkröten so groß wie nirgendwo anders; Drachentiere, die das Fürchten lehren; riesige Schwärme von Hammerhaien; Vögel, die wie Vampire vom Blut anderer Tiere leben. - 9/10

02. Inseln, die die Welt veränderten (The Islands That Changed The World)
Im Jahre 1535 reiste der Bischof von Panama, Thomas de Berlanga, im Rahmen einer heiligen Mission nach Peru. Eines Tages geriet sein Schiff auf hoher See in Windstille. Den starken Meeresströmungen ausgeliefert, wich es vom Kurs ab und gelangte am 10. März an die Küste einer merkwürdigen Inselgruppe. "Es scheint, als hätte Gott die Erde mit Steinen überschüttet; und der Boden hier ist wie Asche - wertlos." So schildert der Bischof von Panama die Inselgruppe im Pazifik bei seinem unfreiwilligen Aufenthalt 1535. Er hatte eine bis dahin noch unentdeckte Welt betreten. Von schlangenartigen Leguanen, von einfältigen Vögeln und riesigen Schildkröten berichtet er. In den Augen des Gottesmannes ein völlig nutzloses Land, weil ohne Gold. Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte er sich die tief greifende Bedeutung der Entdeckung dieser Inseln vorstellen können, die später den Namen Galápagosinseln erhalten und unser Bild von der Entwicklung allen Lebens von Grund auf verändern sollten. In der zweiten Folge der Dokumentation erläutert Patrick Morris wie sich das Leben auf den Galapagosinseln im Laufe der Jahrmillionen veränderte und wie wie ein junger englischer Wissenschaftler durch seine Beobachtungen dieser einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt unsere Vorstellungen von der Entwicklung des Lebens dramatisch veränderte. Sein Name: Charles Darwin. - 8/10

03. Kräfte der Veränderung (Forces Of Nature)
Galápagos liegt im Pazifik unweit des Äquators. Die kleine Inselgruppe ist den Kräften der Natur erbarmungslos ausgesetzt und abhängig von ihren Launen. Da sie vor allem aus Vulkanen besteht, wird sie auch „Land des Feuers’ genannt. Der Galápagos-Archipel umfasst 13 große Inseln sowie an die 100 kleinere Inselchen und Felsenriffs. Auf Fernandia, einer der großen Inseln, befindet sich der aktivste, unberechenbarste Vulkan der Region. Die einsamste der Inseln, Roca Redonda, liegt nur knapp 300 m über dem Meeresspiegel und ist ein beliebter Nistplatz für Meeresvögel. Die Unterwasserforschung hat ergeben, dass Roca Redonda die Spitze eines riesigen versunkenen Vulkans ist... - 8,5/10

Eine etwas ältere Doku, die aber rein gar nichts von Ihrer Schönheit eingebüsst hat. Noch immer (und auch nach mehrmaligen Sehen) ist "Galápagos" eine der schönsten BBC-Dokumentationen, sofern es da überhaupt eine beste gibt. Alles in sehr schön bebildert, interessant und vor allem ruhig und angenehm erzählt und mit passender unaufdringlicher Musik unterlegt. Dazu serviert des Team der BBC phantastische Aufnahmen in HD - über und unter Wasser, nah von den Hotspots der Inseln und Überflüge, wie man sie nur selten zu sehen bekommt. "Galápagos" ist eine wunderschöne, lehrreiche und interessante Dokumentation. Einzig die zweite Folge über Darwin ist zwar ansprechend gestaltet, für mich aber aufgrund des eher geschichtlichen Hintergrunds ein minimaler "Absacker". Und wieder einmal bedeutet auch dieser Satz, dass ich auf sehr hohem Niveau jammere.

8,5/10

Montag, 8. September 2014

Home - Die Geschichte einer Reise (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1014762/

Der französische Filmemacher Yann Arthus-Bertrand knüpft mit "Die Geschichte einer Reise" an seinen Erfolgsfilm "HOME" an und begibt sich auf eine außergewöhnliche Reise über die Kontinente. Doch dieses Mal wählt er einen viel intimeren Blickpunkt. So erzählt er packend und eindrucksvoll von der Schönheit unseres Planeten und gibt dabei auch sehr persönliche Einblicke in sein Leben und seine Sorgen um die Zukunft unserer Erde. In faszinierenden und zum Teil auch dramatischen und aufrüttelnden Bildern zeigt "Die Geschichte einer Reise" die unglaubliche Schönheit der Erde von oben - aus der Vogelperspektive. Aber die atemberaubenden Luftaufnahmen führen auch die Verwundbarkeit des blauen Planeten und die Folgen des Raubbaus an der Natur und schädlicher Umwelteinflüsse vor Augen.

"Home" wäre allein schon durch immer beeindruckenden und teils atemberaubenden Bilder ein sehenswerter Film. Der Kommentar macht aus dem Film dann ein absolutes "Must-See" unter den Dokumentationen. Man sieht, welches Geschenk unser Planet und unser Leben ist und stellt demgegenüber, wie kurz wir davorstehen, dies alles und damit uns selbst zu zerstören. Sicherlich sind einige der aufgezählten Daten nicht neu. Es kann aber trotzdem nicht schaden, sich immer wieder mit der Thematik zu befassen, denn noch hat keine wirkliche Wende eingesetzt. Außerdem schlägt sie nicht all zu massiv mit dem moralischen Holzhammer zu, sondern lässt eher die Bilder für sich sprechen. Diese unaufdringliche Art der Beeinflussung ist weit effektiver als die elenden Moralpredigten aus der grünen Ecke. Wunderbare Landschaftsaufnahmen, tolle Farben. Ich persönlich hätte mir nur mehr Bilder aus der Ich-Pespektive gewünscht und nicht nur reine Hubschrauber-Aufnahmen. Aber das ist wie so oft Jammern auf hohem Niveau.

9/10

Montag, 18. August 2014

Le Plus Beau Pays Du Monde - Wildes Frankreich (2013)

Entdecken Sie die eindrucksvollen Naturlandschaften und die faszinierende Vielfalt von Tieren und Pflanzen im größten Land Westeuropas. Festgehalten in spannenden Bildern und spektakulären Geschichten zeigt die zweiteilige Serie die französischen Gebirgsmassive und Waldregionen sowie die Naturräume der französischen Flüsse und Meeresküsten mitsamt ihren Artenreichtum der Flora und Fauna. Es ist eine atemberaubende Reise von den Pyrenäen und den Alpen über die Atlantikküste bis nach Korsika. Fantastische Flugsequenzen, intime Nahaufnahmen, aufwändige Zeitraffer- wie Zeitlupenszenen und malerischen Landschaftspanoramen zeigen Frankreich von seiner wilden Seite.

Folge 1: Schroffe Gipfel, dichter Wald
Fernab der Klischees von Pariser Charme und französischem Wein zeigt diese zweiteilige Dokumentation die Flora und Fauna Frankreichs in neuem Licht. Ob wilde Berglandschaften, idyllische Täler oder weitläufige Küstenstreifen, Wildtiere wie Hirsch, Luchs, Bär oder auch Otter sind hier zuhause. - 8/10
Folge 2: Weite Küsten, raues Land
Fernab der Klischees von Pariser Charme und französischem Wein zeigt diese zweiteilige Dokumentation die Flora und Fauna Frankreichs in neuem Licht. Ob wilde Berglandschaften, idyllische Täler oder weitläufige Küstenstreifen, Wildtiere wie Hirsch, Luchs, Bär oder auch Otter sind hier zuhause. - 8,5/10

Insgesamt wieder eine sehr schöne Dokumentation bis auf zwei oder drei Szenen in der ersten Folge, in der man unter anderem Menschen sieht, die tatsächlich mit Bäumen "kuscheln". Okay, das ist mir zu viel und deswegen gibt es Punktabzug. Ansonsten sieht man wieder wunderschöne Bilder und wird mit einer unaufdringlichen Erzählstimme unterhalten. Passende musikalische Untermalung und einige spektakuläre Aufnahmen sorgen für den Rest und machen "Wildes Frankreich" zu einer sehr interessanten und somit guten Doku.

8/10

Mittwoch, 2. Juli 2014

Nile: The ultimate River - Nil: Fluss der Flüsse (2013)

Zwei Eigenschaften machen den Nil zum Fluss der Flüsse: Zum einen ist er der längste Strom der Welt: Zwischen dem Quellgebiet in Ruanda und der Mündung am Mittelmeer liegen genau 6.650 Kilometer. Zweitens ist der Nil ein wahrer Kosmopolit, sein Quellgebiet liegt im tropischen Afrika, sein wichtigster Nebenfluss - der Blaue Nil - kommt aus dem äthiopischen Hochland. Auf seinem längsten Abschnitt im Sudan und in Ägypten ist er arabisch geprägt. Er fließt als Lebensader durch ein Meer aus Sand, durchquert Kairo, Afrikas größte Metropole, und mündet wenige hundert Kilometer von Europa entfernt ins Mittelmeer.

Die dreiteilige Serie "Nil - Fluss der Flüsse" führt in die legendäre afrikanische Wildnis an den Ufern des Nil aber auch in entlegene, schwer zugängliche Gebiete, deren Naturschätze nie zuvor in dieser Opulenz gezeigt wurden: das Quellgebiet im Ruwenzori-Nationalpark in Ruanda, die Sümpfe des Sudd im Sudan, das Einzugsgebiet des Blauen Nil im Hochland Äthiopiens und die weiten Wüsten Ägyptens.

Folge 1: Das Land der tausend Quellen
Der Nil ist ein außergewöhnlicher Fluss, denn er hat nicht eine sondern tausende Quellen. Der erste Teil der Dokumentation führt ins Quellgebiet im afrikanischen Rift Valley, einer tektonischen Verwerfung, die im Laufe von Jahrmillionen ganze Gebirge auftürmte. Das berühmteste heißt Ruwenzori, schon die alten Griechen wussten davon und nannten es "die Berge des Mondes". Der höchste Gipfel liegt 5.000 Meter über dem Meer, das Schmelzwasser des darunterliegenden Gletschers fließt auf abenteuerlichen Umwegen in den Nil. - 9/10

Folge 2: Der Weg durch die Wildnis
Das Quellgebiet des Nil ist ein Netzwerk aus kleinen und großen Bächen, erst später, am Abfluss des Viktoriasees in Uganda entsteht ein Fluss wie im Bilderbuch, breit mit sandigen Ufern und gewaltigen Stromschnellen. Nach einigen hundert Kilometern stürzt der Nil über mächtige Wasserfälle in sein erstes Abenteuer: er fließt in den Murchison Falls Nationalpark. Hier scheint die Zeit stillzustehen, tausende Flusspferde stehen im Wasser, an den Sandbänken liegen einige der größten Krokodile Afrikas, über dem Nil ziehen riesige Vogelschwärme zu ihren Futter- und Brutplätzen, und wenn die Sonne im Zenit steht, kommen die Elefantenherden aus der Savanne um zu trinken und zu baden. So sah die Welt am Nil aus, als die ersten Europäer im 19. Jahrhundert den Fluss aufwärts fuhren, auf der Suche nach seiner Quelle. - 8,5/10

Folge 3: Im Reich der Pharaonen
Der Blaue Nil ist mehr als nur ein Nebenfluss. Er ist abgesehen vom Viktoriasee der größte Wasserlieferant des Nil und zur Regenzeit mächtiger als der Hauptstrom. Seinen Namen verdankt der Blaue Nil der dunklen Erde, die er mit sich führt. Die Fracht stammt aus dem Quellgebiet, dem Hochland von Äthiopien. Die spirituelle Quelle des Blauen Nil liegt auf einem Berghang nahe der Stadt Gish Abey - für die orthodoxen Christen entspringt hier der Fluss Gihon aus dem biblischen Garten Eden. Das größte Wasserreservoir ist jedoch der Tanasee, in 3.000 Meter Höhe sammelt er das Regenwasser aus den umliegenden Bergen, hier beginnt der Blaue Nil seine lange Reise in die Ebenen des Sudan. Der letzte Teil der Dokumentation führt vom Hochland Äthiopiens durch die Wüsten Ägyptens bis zum Nildelta ans Mittelmeer. - 8,5/10

Eine sehr interessante Dokumentation über die Ursprünge und den Weg eines der längsten Flüsse der Welt: den Nil. Die drei Folgen sind interessant erzählt, mit sehr schönen Bildern unterlegt und es wird sogar auf die Bedeutung des Flusses für den Menschen informativ und ausführlich eingegangen. Der damit verbundene Einfluss und der Raubbau spielen dabei ebenso eine Rolle, wie die Harmonie mit diversen Urvölkern und ihr Zusammenleben mit den ansässigen Tieren. Eine vor allem auch sehr anschauliche Dokumentation und äusserst unterhaltsam.

Sonntag, 15. Juni 2014

Wildes Deutschland 3 (2013)

Sehen Sie Deutschlands schönste Naturregionen aus einem neuen Blickwinkel! Die Königin der Flüsse, die Donau, gesäumt von außergewöhnlichen Uferlandschaften mit einer überwältigenden Tier- und Pflanzenwelt, die faszinierende Lausitz im ehemaligen Grenzgebiet zwischen Ost und West, geprägt durch jahrzehntelanger Braunkohletagebau und bevölkert von seltenen Tieren, den glasklaren Stechlin, der tiefste See im Norden Brandenburgs mit seiner atemberaubenden (Unter-)Wasserwelt, abgeschirmt von großen Wäldern, und den wilden Großstadtdschungel von Berlin mit abwechslungsreichen Geschichten aus dem Leben seiner tierischen Bewohner. Mit Zeitraffer, HD-Zeitlupen, aufwendigen Kamerafahrten und ungewöhnlichen Perspektiven sorgen die Filmemacher für einprägsame Bilder. Nie zuvor gesehene Luft- und Unterwasseraufnahmen zeigen die Einmaligkeit und Vielfalt der porträtierten Naturlandschaften.

http://www.imdb.com/title/tt3898730/ 
3.1 Die Donau
Mit fast 3.000 Kilometern Länge ist die Donau der zweitlängste Strom Europas. Wegen der abwechslungsreichen und reizvollen Landschaften entlang ihrer Ufer und der dort anzutreffenden seltenen Tier- und Pflanzenarten wird die Donau auch als die Königin unter den Flüssen bezeichnet. Immer wieder hat der Mensch versucht, die Donau zu bezwingen. So wurde sie teilweise kanalisiert und als moderne Wasserstraße ausgebaut. Aber das Obere Donautal, das Schwäbische Donaumoos, die Weltenburger Enge oder etwa die Isarmündung konnten als Naturparadiese bewahrt werden. In der grünen Wildnis am blauen Strom verstecken sich Raritäten wie der Wanderfalke, die Europäische Sumpfschildkröte und der Große Brachvogel. Auch der Biber hat die Donau als Lebensraum zurückerobert. Der fleißige Nager, der vor über 100 Jahren fast in ganz Mitteleuropa ausgerottet worden war, kehrte erst in den letzten Jahrzehnten – dank umfangreicher Schutzmaßnahmen – in seine alte Heimat zurück. Entlang des deutschen Abschnittes – von den Quellen im wildromantischen Schwarzwald bis hinunter zur gut 600 Kilometer entfernten österreichischen Grenze bei Passau – zeigt die filmische Reise die Donau im Wandel der Jahreszeiten. Dabei lüftet sie so manches Rätsel, etwa wo genau die Donau entspringt oder warum der Fluss plötzlich einfach im Untergrund verschwindet. Die Dokumentation stellt aber nicht nur die faszinierend schönen Seiten des Flusses vor, sie erklärt auch, wie schutzbedürftig dieser komplexe lebendige Organismus der Donau heute ist. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt3898740/
3.2 Die Lausitz
Wenn es Frühling wird, erfüllen seltsame Laute die friedliche Wasserwelt der Teichlausitz im äußersten Südosten Deutschlands. Was klingt, als würde jemand in eine Flasche pusten, sind die kilometerweit hörbaren Balzrufe der Rohrdommel. Zu entdecken ist der äußerst seltene Vogel allerdings kaum: Fühlt er sich beobachtet, reckt er Kopf und Schnabel steil nach oben und bewegt sich wie die Schilfhalme sanft im Wind. Außerdem macht das braun-schwarze Gefieder die Rohrdommel so gut wie unsichtbar. In der Grenzregion zwischen Brandenburg und Sachsen fühlen sich auch Fischotter und Elche wohl. Und nicht weit entfernt bieten die Abraumhalden und Bergbauseen des jahrzehntelangen Braunkohletagebaus zahlreichen Wildtieren wertvollen Rückzugsraum. Rekultivierungsflächen und ehemalige Truppenübungsplätze sind inzwischen Heimat von Tieren, die hierzulande schon so gut wie verschwunden waren. Schillernde Bienenfresser und Wiedehopfe brüten in der Heide, weil sie dort reichlich Insekten finden. Selbst Wölfe, eingewandert aus Polen, haben auf den einstigen Manöverplätzen Fuß gefasst. Im Sommer werden die fischreichen, seit Jahrhunderten zur Karpfenzucht genutzten Teichgebiete zum Paradies für Wasservögel: Die Rohrdommeln haben flauschigen Nachwuchs bekommen, Kraniche und Singschwäne machen mit ihren Küken erste Ausflüge. Und überall dort, wo Wasser ist, fühlen sich auch Waschbären und Marderhunde wohl. Beide stammen ursprünglich nicht aus Europa, gehören mittlerweile jedoch als fester Bestandteil zur Tierwelt in der Lausitz. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt3898744/
3.3 Der Stechlin - Im Reich der klaren Seen
Blaue Seen von Wald umstanden, liebliche Buchten, wilde Einsamkeit: Im Norden Brandenburgs gibt es Seen, deren Klarheit an Kristalle erinnert. Mehr als 100 von ihnen liegen im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Allen voran der Stechlin östlich von Rheinsberg. Er ist 69 Meter tief, besonders klar und einer der am besten erforschten Seen Deutschlands. Sonnenstrahlen spielen in vielen Metern Tiefe auf den Rücken silberner Barsche. Im Dickicht der Ufervegetation lauern Hechte auf den passenden Moment, um blitzschnell zuzustoßen. Sobald sich das Wasser im Frühjahr erwärmt, werben gleich mehrere Hechtmännchen um ein Weibchen. Dicht an seiner Seite animieren sie die Auserwählte, Laich abzugeben – Szenen, die so noch nie gefilmt wurden. Große, teils sumpfige Wälder umgeben den Stechlin und schirmen ihn weiträumig vor den Einflüssen der modernen Landwirtschaft ab. Gülle und Düngemittel gelangen kaum in den See. Der Wald schützt aber nicht nur den See, seit kurzem brütet hier wieder einer der schnellsten Vögel der Welt: der Wanderfalke. Für Fischotter, Biber und die extrem seltene Europäische Sumpfschildkröte sind die ausgedehnten Wälder der Region ein perfektes Rückzugsgebiet. Doch auch Neubürger wie der Waschbär oder der Marderhund schätzen die Gegend und machen den einheimischen Tieren das Leben schwer. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt3947466/
3.4 Berlin (Langfassung)
Der Film "Wildes Berlin" begleitet die Tierwelt der Hauptstadt durch alle vier Jahreszeiten. Nach dem Silvesterfeuerwerk, wenn oft selbst die großen Berliner Seen von einer Eisfläche bedeckt sind, teilen sich Wasservögel aller Arten die wenigen eisfreien Stellen in der Spree oder im Landwehrkanal. Mit dem Tauwetter beginnt eine geschäftige Zeit. Biber reparieren ihre Burgen und müssen sich mit dem Berliner Fährbetrieb über die Vorfahrt einigen. Der Wanderfalke vom Roten Rathaus bezieht wieder sein Revier hoch über dem Alexanderplatz und eine Eichhörnchenmutter versorgt bereits emsig ihren Nachwuchs im vierten Stock eines Mietshauses in Schöneberg. Wenn die über 400.000 Bäume Berlins endlich wieder Laub tragen, wird die Stadt buchstäblich zum Großstadtdschungel. Überall finden Brutpaare zusammen. Ob in den Kanonenrohren, auf Fenstersimsen oder in Fahrradkörben, allerorten werden hungrige Küken versorgt. 300 Stockenten legen ihre Eier auf den Balkonen der Stadt und brüten in Blumenkästen. Die scheueren Berliner warten bis es Nacht wird. Waschbären im Tiergarten machen sich auf die Suche nach Nahrung und finden sie an manchmal nicht ganz ungefährlichen Orten. In einem Berliner Hinterhof macht ein Dachs die Treppenhäuser unsicher. Kaninchen, Nashornkäfer, Füchse – sie alle finden ihr Auskommen und ihre Nische in der Millionenstadt. Der Sommer ist die schönste Zeit in Berlin. Spatzen und Menschen bevölkern die Biergärten, die schrillen Rufe der Mauersegler erfüllen die Luft und Bienenvölker schwärmen aus. Solange sie sich von den Fangarmen der Gottesanbeterinnen fernhalten, ist die extrem hohe Pflanzenvielfalt der Stadt das Paradies für die fleißigen Insekten. Mit kürzeren Tagen und kühleren Nächten kündigt sich der Herbst an. Jungfüchse müssen nun schon bald ihrer eigenen Wege gehen, Igel suchen Winterquartiere, und auch Mäuse und Eichhörnchen bereiten sich auf den Winter vor. Das Laub verfärbt sich und taucht die Stadt in ein buntes Kleid. Die Stare verlassen Berlin vor Einbruch der kalten Jahreszeit: In immer größeren Schwärmen finden sie sich am Berliner Abendhimmel zu einem spektakulären Schauspiel zusammen. Der Jahreskreis schließt sich im Oktober mit dem Festival of Lights. Noch einmal leuchtet die Stadt in bunten Farben. Das Licht dringt bis in die dunkelsten Winkel hinein. Die wilden Berliner lassen sich davon nicht stören. Der Trubel gehört zu ihrer Heimatstadt genauso wie sie selbst. Frech, ungezähmt und natürlich mit echter Berliner Schnauze. - 8,5/10

Die dritte Staffel der Deutschland-Reihe ist gleichauf mit Staffel 2. Wieder sehr gradlinig, wieder sehr interessant, mit schönen Bildern, sehr gut erzählt und musikalisch ansprechend untermalt. Interessant: Währned es eine einstündige Doku für "Wildes Berlin" gibt, die auch auf der Blu-ray zu finden ist, wurde die Langfassung, die in jedem Fall vorzuziehen ist, als zweiteiliger Bonus beigelegt, so wie die Folgen auch bei der ARD zu sehen waren. Das verdient ein besonderes Lob an die Macher.

Freitag, 13. Juni 2014

Undiscovered Brazil - Wildes Brasilien (2013)

Weite Grasebenen und zerklüftete Canyons, gigantische Wasserfälle und üppige Regenwälder, farbenprächtige Korallenriffe und paradisische Küsten.

Diese fünfteilige Serie portätiert die unterschiedlichsten Naturregionen eines der außergewöhnlichsten Flecken unseres blauen Planeten: Brasilien, das fünftgrößte Land der Erde. Geheimnisvoll, atemberaubend, episch, spektakulär. Erleben Sie das vielfältige Naturparadies, so wie sie es noch nie zuvor gesehen haben und entdecken Sie den größten Regenwald der Erde mit seinem faszinierenden Artenreichtum, weitläufige Netzwerke aus Sümpfen, Flüssen und Tropenwäldern sowie riesige Grasländer, die zehnmal so groß sind wie die Serengeti Afrikas. Der Amazonas-Regenwald bedeckt eine Fläche von fast sieben Millionen Quadratkilometern, rund die Hälfte davon nimmt der Norden Brasiliens ein. Zehn Prozent aller auf der Welt existierenden Arten kommen in dieser tropischen Waldregion vor. Die Artenvielfalt, die hier vorherrscht, ist an sich bereits einzigartig und immer noch werden neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Der Amazonas-Regenwald ist eine Region aus Wasser und Wald – und diese beiden Welten ringen jedes Jahr, angetrieben durch die saisonalen Fluten, um die Vorherrschaft. 

http://www.imdb.com/title/tt3722642/
1. Der zerbrechliche Wald
Diese fünfteilige Serie gibt einen umfassenden Überblick über die Natur des fünftgrößten Landes der Welt – die Reise führt durch Grasebenen, den Regenwald, das Pantanal, zu Küstenstränden und den Wasserfällen von Iguazú - und somit durch die Heimat von so bemerkenswerten Tieren wie Jaguar, Kaiman, Blaubrustpipra, Wasserschwein, Ameisenbär, Riesenotter und Delfin. Die erste Folge führt in die Mata Atlantica - den atlantischen Regenwald. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt3734628/
2. Das wilde Herz
Die zweite Folge der fünfteiligen Serie porträtiert die weiten Grasebenen im Herzen Brasiliens, die zu den am wenigsten bekannten Regionen des Landes zählen. Diese Graswelt voller Termitenbaue ist zehn mal so groß wie die Serengeti Afrikas, doch Tierherden sucht man vergeblich. Mähnenwolf, Ameisenbär, Prärieeule und Kapuzineraffen führen hier ein eher verstecktes Leben, geprägt von Hitze, Gewitterstürmen und Steppenfeuern. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt3750294/
3. Die Wasserwelt des Pantanal
Die dritte Folge der fünfteiligen Serie führt in die Wasserwelt des Pantanal. Jaguare, Fischotter und Wasserschweine sind im Labyrinth aus Flüssen, Seen und Inseln im Vorteil bis die jährlichen Regenfälle einsetzen. Dann wandelt sich das Pantanal in eine ausgedehnte Sumpflandschaft, in der Kaimane, Fische und Anacondas in ihrem Element sind. Auch Vögel, wie der Jabiru und der Hyazinth-Ara haben im Pantanal eine sichere Heimat gefunden. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt3762822/
4. Küstenparadiese
Der vierte Teil der fünfteilige Serie porträtiert Küste und Inselwelt Brasiliens. Buckelwale schwimmen von der Antarktis zu den Küstegewässern Brasiliens, um hier ihre Jungen zur Welt zu bringen. Während die Weibchen ihre Kälber betreuen, buhlen die Walbullen mit kunstvollen Sprüngen um die besten Paarungschancen. Paradiesische Strände, gefährliche Schlangeninseln, farbenprächtige Korallenriffe - diese Küstenwelt hat einiges zu bieten. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt3780950/
5. Die Fluten des Amazonas
Der fünfte und letzte Teil der Serie führt in den größten Regenwald der Welt, geprägt durch die Fluten des Amazoans. Die Harpyie jagt im Kronendach nach Faultieren und Affen, um ihre halbwüchsigen, stets hungrigen Küken mit frischem Fleisch zu versorgen. Viele Waldetagen tiefer gehen die Blattschneiderameisen einer ähnlichen Arbeit nach. Sie ernten Blätter, die sie in ihrem Bau an einen Pilz verfüttern, der ihnen als Nahrung dient. - 10/10

Insgesamt eine sehr geniale Dokumentation, auf jeden Fall eine der Besten. Angenehm zu schauen, ruhig erzählt, mit passender Musik und mit richtig tollen Bildern unterlegt. So stelle ich mir eine Natur-Doku vor.

10/10